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Tinnitus/Hörsturz

Die medizinisch sinnvolle Behandlung


In der Regel wird der frisch aufgetretene Tinnitus ähnlich wie ein frisch aufgetretener Hörverlust (Hörsturz) als otologischer Eilfall, nicht etwa als nächtlicher Notfall behandelt. Dabei geht es um die Einleitung einer zügigen Behandlung, aber nicht um Minuten oder wenige Stunden. So können Sie auch im Nachhinein sicher sein nichts versäumt zu haben, wenn Sie z.B. nachts um 3.00 Uhr ein Ohrgeräusch bekommen und am nächsten Morgen zum Arzt gehen.

Die Akuttherapie

In der akuten Phase wird zur Behandlung des Hörsturzes und/oder Tinnitus eine ambulante Therapie mit Infusionen vorgenommen. Dies geschieht in der Vorstellung, die Durchblutungssituation und die Versorgung mit Sauerstoff im akut geschädigten Innenohr zu verbessern. Je nach Art und Ausmaß des Hörschadens und Tinnitusstärke werden dabei
gefäßerweiternde Medikamente (z.B. Pentoxifyllin) und Substanzen, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern (z.B. Haes) intravenöse verabreicht. In schweren Fällen kann diese Therapie mit Cortison in höheren Dosen ergänzt werden.

Die Akuttherapie sollte möglichst rasch nach Sicherung der Diagnose eingeleitet werden. Im Verlauf der Behandlung ist es wichtig engmaschige Kontrollen sowie eine weiterführende Diagnostik und Abklärung der möglichen Ursachen vorzunehmen. In dieser Zeit sollte eine Lärmbelastung des Gehörs vermieden werden

In den meisten Fällen ist es sinnvoll als Begleittherapie die Sauerstoffanreicherung im Blut und im funktionsgestörtem Hörorgan zu steigern, z.B. durch ionisierten Sauerstoff (Ozon-Therapie). Durch eine spezielle Begasungsmethode wird eine definierte Menge von venösem Blut mit ionisiertem Sauerstoff angereichert. Die mehrfach mit Sauerstoff
beladenen Hämoglobinmoleküle geben diesen leichter im durch gefäßerweiternde Mittel besser durchbluteten Innenohr an die funktionsgestörten Haarzellen ab.

Bei Halswirbelsäulenbeschwerden und muskulären Verspannungen im Nacken- und
Schulterbereich kann eine chirotherapeutische Mitbehandlung ebenfalls den Therapieerfolg unterstützen. Stressbelastung und Stressfaktoren sollten nach Möglichkeit in dieser Behandlungszeit deutlich reduziert werden, bei starker psychischer Stressbelastung ggf. eine Stressbewältigung mit Hilfe einer psychotherapeutischer Gesprächstherapie begleitet werden.

Die Erfahrung in der Tinnitus/Hörsturztherapie zeigt, je früher und konsequenter durchblutungsfördernde Maßnahmen eingeleitet werden, desto größer sind die Aussichten auf Symptombesserung. Allerdings bleibt auch nicht selten, trotz rechtzeitig eingeleiteter effektiver Therapie eine vollständige Rückbildung der Geräusch – und Hörsturzsymptomatik aus.